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Tennis gehört zu den wenigen Sportarten, bei denen Wetteinsteiger einen echten Startvorteil haben. Der Grund ist simpel: Es gibt keinen dritten Ausgang. Kein Unentschieden, kein Elfmeterschießen, keine Verlängerung mit unklarem Ausgang. Entweder gewinnt Spieler A oder Spieler B. Dieses klare Zweiergebnis macht Tennis zu einer der übersichtlichsten Sportarten für Sportwetten überhaupt.
Dazu kommt, dass Tennis ein Einzelsport ist. Während im Fußball elf Spieler auf jeder Seite stehen und ein einziger schwacher Tag des Torwarts alles verändern kann, hängt im Tennis fast alles von einer einzigen Person ab. Spielform, Fitness, mentale Stärke, Vorlieben für bestimmte Beläge – all das lässt sich deutlich leichter einschätzen als bei Mannschaftssportarten. Die Datenlage im Profitennis ist außerdem hervorragend: Aufschlagquoten, Breakstatistiken, Head-to-Head-Bilanzen und belagspezifische Gewinnraten stehen öffentlich zur Verfügung.
Dieser Ratgeber richtet sich gezielt an alle, die noch keine oder wenig Erfahrung mit Tenniswetten haben. Er erklärt die Spielregeln und die Turnierstruktur, führt durch die ersten praktischen Schritte von der Kontoeröffnung bis zur ersten Wette und zeigt, welche Wettarten sich für den Anfang eignen. Genauso wichtig: Er benennt die häufigsten Anfängerfehler und zeigt, wie man sie vermeidet. Wer diesen Text gelesen hat, sollte in der Lage sein, mit einer durchdachten ersten Wette zu starten – nicht mit einem Glücksspiel.
Ein Hinweis vorweg, der in keinem seriösen Wettratgeber fehlen sollte: Sportwetten sind Unterhaltung mit Risiko, kein Einkommensmodell. Setze nur Geld ein, dessen Verlust du dir leisten kannst, und behalte stets die Kontrolle über dein Budget.
Erfolgreicher Wettstart: Lukrative Tennis Quoten direkt erkennen
Spielregeln und Zählsystem kurz erklärt
Bevor man eine Tenniswette platziert, muss man das Spiel selbst verstehen. Das Zählsystem im Tennis wirkt auf den ersten Blick etwas sperrig, folgt aber einer klaren Logik. Ein Match besteht aus Sätzen, jeder Satz aus Spielen (Games) und jedes Game aus Punkten. Die Punkte innerhalb eines Games werden als 0, 15, 30 und 40 gezählt. Wer nach dem Stand von 40:40 (Einstand) zwei Punkte in Folge gewinnt, gewinnt das Game.
Um einen Satz zu gewinnen, braucht ein Spieler in der Regel sechs Games – mit mindestens zwei Games Vorsprung. Steht es 6:6 in einem Satz, wird ein Tiebreak gespielt, eine Art Kurzentscheidung, die bis mindestens 7 Punkte geht. Das ist für Wetten relevant, weil der Tiebreak eigene Märkte eröffnet und ein völlig anderes Spannungsniveau erzeugt als ein reguläres Game.
Das gesamte Match gewinnt, wer als Erster die erforderliche Anzahl an Sätzen gewonnen hat. Auf der ATP- und WTA-Tour sind das in den meisten Turnieren zwei Gewinnsätze (Best-of-3). Bei Grand-Slam-Turnieren spielen die Herren allerdings über drei Gewinnsätze (Best-of-5), was die Dynamik spürbar verändert: Außenseiter haben es in langen Matches deutlich schwerer, eine Überraschung über die Distanz zu retten.
ATP- und WTA-Tour – Turnierstruktur verstehen
Die professionelle Tennisszene ist in zwei Haupttouren unterteilt: die ATP-Tour für Herren und die WTA-Tour für Damen. Beide Touren umfassen eine Vielzahl von Turnieren, die nach Kategorie und Preisgeld gestaffelt sind. Bei den Herren sind die vier Grand-Slam-Turniere die wichtigsten Events des Jahres: Australian Open (Januar, Hartplatz), French Open (Mai/Juni, Sand), Wimbledon (Juni/Juli, Rasen) und US Open (August/September, Hartplatz). Direkt darunter stehen die ATP Masters 1000, dann die ATP 500 und ATP 250. Bei den Damen gibt es eine vergleichbare Hierarchie mit den Grand Slams an der Spitze und WTA-1000-, WTA-500- und WTA-250-Turnieren darunter.
Für Wetteinsteiger ist diese Hierarchie aus einem einfachen Grund relevant: Je höher die Turnierkategorie, desto zuverlässiger sind die Daten und desto seltener kommen extreme Überraschungen vor. Bei einem Grand Slam sind die besten Spieler der Welt nahezu ausnahmslos am Start und maximal motiviert. Bei kleineren ATP-250-Turnieren hingegen schicken Top-Spieler manchmal nur eine halbe Vorbereitung mit – das erhöht die Unberechenbarkeit.
Wer mit Tenniswetten anfängt, sollte sich zunächst auf Grand Slams und Masters-Turniere konzentrieren. Dort ist die Datenlage am besten, die mediale Abdeckung am größten und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Favorit tatsächlich sein bestes Tennis spielt, am höchsten. Challenger-Turniere und die unteren Tour-Ebenen sind zwar oft mit attraktiven Quoten versehen, erfordern aber ein deutlich tieferes Spezialwissen.
Zwei vs. drei Gewinnsätze – Warum das für Wetten wichtig ist
Der Unterschied zwischen Best-of-3 und Best-of-5 klingt zunächst wie eine technische Feinheit, hat aber massive Auswirkungen auf Wettentscheidungen. In einem Match über zwei Gewinnsätze kann ein Außenseiter einen guten Satz erwischen, den zweiten ebenfalls knapp gewinnen und steht plötzlich als Sieger da. Die Varianz ist hoch, Überraschungen sind häufiger, und die Quoten spiegeln das wider.
Bei drei Gewinnsätzen sieht die Sache anders aus. Selbst wenn ein Außenseiter den ersten Satz gewinnt, hat der Favorit noch genug Spielraum, um das Match zu drehen. Statistisch zeigen die Daten der letzten Jahrzehnte, dass Top-Spieler bei Grand Slams eine deutlich höhere Gewinnrate haben als bei regulären Tour-Turnieren. Das liegt nicht nur an der Motivationslage, sondern auch daran, dass Kondition und mentale Stärke über fünf Sätze stärker zum Tragen kommen.
Für Anfänger bedeutet das: Favoritenwetten bei Grand Slams sind tendenziell sicherer, bieten aber auch niedrigere Quoten. Bei Best-of-3-Turnieren lohnt es sich dagegen, genauer auf die Tagesform zu schauen. Ein Spieler, der gerade ein hartes Dreisetzmatch hinter sich hat, tritt am nächsten Tag möglicherweise angeschlagen an – und das kann den Unterschied machen.
Die ersten Wettschritte – Vom Konto zur ersten Wette
Wettanbieter auswählen – Worauf Anfänger achten sollten
Die Wahl des Wettanbieters ist die erste echte Entscheidung, die ein Wetteinsteiger trifft, und sie verdient mehr Aufmerksamkeit als die meisten ihr geben. Nicht jeder Buchmacher bietet dasselbe Tennisangebot. Die Unterschiede beginnen bei der Turnierauswahl: Manche Anbieter decken nur Grand Slams und Masters-Turniere ab, andere haben auch Challenger-Events und ITF-Turniere im Programm. Für Anfänger ist das breite Turniermenü weniger wichtig als ein sauberes, übersichtliches Interface und vernünftige Quoten auf den Hauptmärkten.
Ein zentrales Kriterium ist die Lizenz. In Deutschland dürfen seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 nur Anbieter mit einer deutschen Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) legal Sportwetten anbieten. Diese Lizenz stellt sicher, dass der Anbieter Auflagen zum Spielerschutz erfüllt, darunter Einsatzlimits, Einzahlungsgrenzen und verpflichtende Verifizierung. Wer bei einem lizenzierten Anbieter spielt, hat im Streitfall außerdem Zugang zu Schlichtungsstellen.
Darüber hinaus lohnt ein Blick auf den Quotenschlüssel, also den prozentualen Anteil des Einsatzes, der als Gewinn ausgeschüttet wird. Bei Tenniswetten liegt der Quotenschlüssel guter Anbieter in der Regel zwischen 92 und 95 Prozent. Je höher der Wert, desto weniger verdient der Buchmacher an jeder Wette und desto mehr bleibt potenziell beim Wetter. Ein Prozentpunkt Unterschied mag auf eine einzelne Wette bezogen gering wirken, summiert sich aber über Hunderte von Wetten zu einem spürbaren Betrag.
Registrierung, Einzahlung, Verifizierung
Der Anmeldeprozess bei einem deutschen Wettanbieter folgt einem standardisierten Ablauf. Im ersten Schritt erstellt man ein Konto mit persönlichen Daten: Name, Geburtsdatum, Adresse und E-Mail. Direkt im Anschluss oder spätestens vor der ersten Auszahlung erfolgt die Identitätsprüfung. Dafür werden in der Regel ein gültiger Personalausweis oder Reisepass sowie ein Adressnachweis verlangt. Das klingt bürokratisch, ist aber gesetzlich vorgeschrieben und dient dem Schutz vor Minderjährigenwetten und Geldwäsche.
Nach der Verifizierung steht die erste Einzahlung an. Die meisten Anbieter akzeptieren Banküberweisungen, Kreditkarten und diverse E-Wallets. Für den Anfang reicht ein kleiner Betrag völlig aus – 20 oder 30 Euro genügen, um erste Erfahrungen zu sammeln, ohne ins Schwitzen zu geraten. Viele Buchmacher bieten Neukunden einen Willkommensbonus an, der den Einzahlungsbetrag teilweise verdoppelt. Solche Boni klingen verlockend, sind aber an Umsatzbedingungen geknüpft, die man unbedingt lesen sollte, bevor man das Angebot annimmt. Ein typisches Beispiel: Der Bonusbetrag muss fünfmal mit einer Mindestquote von 1.50 umgesetzt werden, bevor eine Auszahlung möglich ist.
Ein häufiger Fehler in dieser Phase: Anfänger zahlen zu viel ein, weil der Bonus prozentual an die Einzahlung gekoppelt ist. Wer 200 Euro einzahlt, um einen 100-Prozent-Bonus voll auszuschöpfen, hat plötzlich 400 Euro auf dem Wettkonto und verliert schnell das Gefühl für angemessene Einsätze. Besser ist es, mit einem kleinen Budget zu starten und den Bonus als netten Zusatz zu betrachten, nicht als Ziel.
Erste Wette platzieren – praktisches Beispiel
Angenommen, es steht das Achtelfinale der French Open 2026 an, und der an Nummer 3 gesetzte Spieler trifft auf einen ungesetzten Qualifikanten. Der Favorit hat auf Sand eine Saisonbilanz von 15:2, der Qualifikant hat drei knappe Matches hinter sich und zeigt Ermüdungserscheinungen. Die Wettquote auf den Favoriten liegt bei 1.25, die auf den Außenseiter bei 4.00.
Der Anfänger öffnet den Wettschein, wählt die Siegwette auf den Favoriten und gibt einen Einsatz von 5 Euro ein. Bei einem Gewinn erhält er 6.25 Euro zurück, also 1.25 Euro Nettogewinn. Das ist kein spektakulärer Betrag, aber genau das ist der Punkt: Die erste Wette sollte nicht aufregend sein, sondern lehrreich. Es geht darum, den Ablauf kennenzulernen, das Gefühl für Quoten zu entwickeln und zu verstehen, wie sich der Wetteinsatz zum möglichen Gewinn verhält.
Wer etwas mehr Risiko suchen möchte, ohne gleich auf den Außenseiter zu setzen, kann eine Over/Under-Wette ausprobieren. Bei unserem Beispiel bietet der Buchmacher „Über 20.5 Games“ zum Kurs von 1.85 an. Die Frage ist also nicht, wer gewinnt, sondern ob das Match insgesamt mehr als 20 Games dauert. Das verlangt eine etwas andere Analyse: Wie viele Games hat der Favorit in seinen letzten Matches auf Sand im Schnitt zugelassen? Wie oft ging ein Satz in den Tiebreak? Diese Herangehensweise trainiert das analytische Denken und macht den Übergang zu komplexeren Wettarten später deutlich einfacher.
Sobald Sie die Grundlagen beherrschen, können Sie sich an Tennis Live Wetten herantasten, um von Spielwenden zu profitieren.
Einsteigerfreundliche Wettarten
Siegwette (Matchwette) – Die einfachste Wettform
Die Siegwette ist die Mutter aller Tenniswetten und die mit Abstand unkomplizierteste Variante. Man tippt auf den Gewinner des Matches – fertig. Keine Satzvorhersage, kein Handicap, keine Spezialstatistik nötig. Die Quote spiegelt die Einschätzung des Buchmachers wider, wie wahrscheinlich der Sieg eines Spielers ist. Eine Quote von 1.30 bedeutet im Klartext: Der Buchmacher hält diesen Spieler für einen klaren Favoriten. Eine Quote von 3.50 signalisiert einen Außenseiter mit realistischen Chancen.
Für Anfänger ist die Siegwette deshalb ideal, weil sie eine direkte Verbindung zwischen Analyse und Ergebnis herstellt. Man prüft die Form der Spieler, schaut auf die Bilanz und den Belag, trifft eine Entscheidung und wartet ab. Es gibt keine versteckten Bedingungen. Entweder der gewählte Spieler gewinnt das Match, oder man verliert den Einsatz. Diese Klarheit hilft enorm, ein Gespür dafür zu entwickeln, wann eine Quote den tatsächlichen Ausgang angemessen widerspiegelt und wann nicht.
Ein Nachteil der Siegwette auf Favoriten: Die Quoten sind oft niedrig. Wenn ein Top-10-Spieler gegen die Nummer 80 der Welt antritt, liegt die Favoritenquote gern bei 1.10 oder darunter. Das bedeutet, man muss 100 Euro riskieren, um 10 Euro Gewinn zu erzielen. Solche Wetten fühlen sich sicher an, sind es aber nicht – denn auch Top-Spieler verlieren gelegentlich, und ein einziger Fehlschlag frisst die Gewinne vieler erfolgreicher Wetten auf. Die Kunst liegt darin, Matches zu finden, in denen die Quote die tatsächliche Gewinnwahrscheinlichkeit leicht unterschätzt.
Over/Under-Wetten – Flexible Alternative
Over/Under-Wetten (auch Über/Unter-Wetten genannt) sind die zweitbeliebteste Wettart im Tennis und für Anfänger eine hervorragende Ergänzung zur Siegwette. Statt auf den Sieger zu setzen, tippt man auf die Gesamtzahl der gespielten Games in einem Match. Der Buchmacher setzt eine Linie, zum Beispiel 21.5 Games, und man entscheidet, ob das Match mehr (Over) oder weniger (Under) Games haben wird.
Diese Wettart ist besonders dann attraktiv, wenn zwei Spieler aufeinandertreffen, deren Sieger schwer vorherzusagen ist, deren Spielstil aber klare Rückschlüsse auf die Matchlänge zulässt. Zwei starke Aufschläger auf Rasen werden vermutlich kürzere Sätze spielen mit vielen leichten Aufschlagspielen und wenigen Breaks. Zwei Sandplatzkämpfer mit langen Grundlinienduellen tendieren dagegen zu langen, umkämpften Sätzen. Wer die Spielstile kennt, kann Over/Under-Wetten oft besser einschätzen als den reinen Matchausgang.
Ein weiterer Vorteil: Die Quoten bei Over/Under-Wetten sind in der Regel ausgewogener als bei Siegwetten. Während eine klare Favoritenwette nur Quoten von 1.15 bieten mag, steht die Over/Under-Linie häufig bei 1.80 bis 1.95 auf beiden Seiten. Das macht diese Wettart auch für kleinere Einsätze lohnend und gibt Anfängern die Möglichkeit, ohne großes Risiko verschiedene Analysemethoden auszuprobieren.
Wettarten, die Anfänger meiden sollten
Nicht jede Wettart eignet sich für den Einstieg. Handicap-Wetten beispielsweise erfordern eine sehr genaue Einschätzung der Leistungsdifferenz zwischen zwei Spielern. Bei einer Handicap-Wette von -1.5 Sätzen auf den Favoriten muss dieser nicht nur gewinnen, sondern in glatten Sätzen (2:0 bei Best-of-3). Das setzt eine deutlich tiefere Analyse voraus als eine einfache Siegwette.
Kombiwetten, bei denen mehrere Einzelwetten zu einem Wettschein zusammengefasst werden, sind ein weiteres Minenfeld für Einsteiger. Die Quoten multiplizieren sich zwar und sehen dadurch attraktiv aus, aber jeder einzelne Tipp muss sitzen – ein einziger Fehler und der gesamte Schein ist verloren. Die mathematische Realität ist unbarmherzig: Drei Wetten mit jeweils 70 Prozent Einzelwahrscheinlichkeit ergeben als Kombiwette nur noch 34 Prozent Gesamtwahrscheinlichkeit. Was als sichere Sache geplant war, ist plötzlich ein Münzwurf.
Auch Spezialwetten wie die genaue Satzanzahl, die Anzahl der Tiebreaks oder Wetten auf die Gesamtzahl der Asse sollten Anfänger zunächst links liegen lassen. Diese Märkte sind dünn, die Quoten oft weniger effizient bepreist, und die verfügbare Datenbasis für eine fundierte Einschätzung ist deutlich schmaler. Solche Wetten haben durchaus ihren Reiz für erfahrene Wetter, die Nischen ausnutzen. Für den Anfang gilt: weniger ist mehr.
Anfängerfehler und wie man sie vermeidet
Zu komplexe Wettscheine
Der häufigste Fehler, den Neulinge bei Tenniswetten machen, hat wenig mit mangelndem Wissen zu tun und viel mit Ungeduld. Statt eine einfache Siegwette auf ein gut analysiertes Match zu platzieren, werden drei, vier oder fünf Tipps zu einer Kombiwette zusammengefasst. Das Motiv ist nachvollziehbar: Einzelne Favoritenquoten von 1.25 wirken langweilig, aber fünf davon kombiniert ergeben plötzlich eine Quote von 3.05. Was dabei übersehen wird: Jede einzelne dieser Wetten muss gewinnen, damit der Schein aufgeht. Die Wahrscheinlichkeit dafür sinkt mit jeder zusätzlichen Auswahl dramatisch.
Die Lösung ist denkbar einfach: Anfänger sollten bei Einzelwetten bleiben. Wer das Gefühl hat, dass eine Einzelwette mit Quote 1.25 den Aufwand nicht wert ist, hat vermutlich recht – und sollte dieses Match überspringen, anstatt es in eine Kombiwette zu verpacken. Ein guter Wettansatz braucht keine aufregenden Quoten. Er braucht eine fundierte Analyse und die Disziplin, nur dann zu wetten, wenn die Einschätzung wirklich überzeugend ist.
Ein Nebeneffekt von Einzelwetten: Man lernt schneller. Wer fünf Kombiwetten verliert, weiß hinterher nicht, welcher Tipp falsch lag und warum. Wer fünf Einzelwetten platziert und drei gewinnt, kann jede Entscheidung einzeln auswerten und seine Analysemethoden gezielt verbessern.
Bauchgefühl statt Analyse
Tennis ist eine emotionale Sportart, und genau darin liegt eine Falle für Wettanfänger. Man sieht ein packendes Halbfinale, ist begeistert vom Spielstil eines Athleten und setzt im nächsten Match auf ihn, ohne die Rahmenbedingungen zu prüfen. Der Belag hat gewechselt, der Gegner ist ein Spezialist auf dieser Oberfläche, und der Favorit hat nach fünf Turnieren in sechs Wochen erste Ermüdungszeichen gezeigt. All das blendet das Bauchgefühl routinemäßig aus.
Datenbasierte Analysen schützen davor. Das muss kein wissenschaftliches Studium sein. Drei einfache Schritte reichen für den Anfang: Erstens die letzten fünf Matches beider Spieler auf dem jeweiligen Belag prüfen. Zweitens die direkte Bilanz (Head-to-Head) anschauen, falls es bisherige Begegnungen gab. Drittens die Turniersituation einordnen: Ist es ein Grand Slam, bei dem der Favorit alles gibt, oder ein kleineres Turnier kurz vor einer Ruhepause?
Dieser Dreischritt kostet zehn Minuten und verhindert einen beträchtlichen Teil der typischen Anfängerfehler. Wer darüber hinaus noch die Aufschlag- und Returnstatistiken vergleicht, liegt in der Analyse schon deutlich über dem Durchschnitt der Freizeitwetter. Das Bauchgefühl darf trotzdem eine Rolle spielen, aber als letztes Korrektiv, nicht als Entscheidungsgrundlage.
Wetteinsätze ohne Budget-Limit
Der dritte klassische Anfängerfehler betrifft das Geld. Viele Einsteiger setzen willkürliche Beträge – mal 5 Euro, mal 50 Euro – je nachdem, wie sicher sie sich fühlen. Das Problem: Die subjektive Sicherheit korreliert nur schwach mit der tatsächlichen Gewinnwahrscheinlichkeit. Ein Match, das sich bombensicher anfühlt, kann trotzdem verloren gehen, und wenn es das Match mit dem höchsten Einsatz war, ist das Budget schnell dezimiert.
Professionelle Wetter arbeiten mit einem festen Bankroll-System. Das bedeutet: Man legt ein Gesamtbudget fest (die Bankroll) und setzt pro Wette einen festen Prozentsatz davon, typischerweise zwischen 1 und 5 Prozent. Bei einer Bankroll von 200 Euro wären das 2 bis 10 Euro pro Wette. Dieses System stellt sicher, dass eine Verlustserie nicht sofort das gesamte Budget auffrisst und dass man auch nach mehreren verlorenen Wetten noch handlungsfähig bleibt.
Genauso wichtig: Gewinne nicht sofort reinvestieren, um Verluste wettzumachen. Wer nach einer verlorenen Wette den Einsatz verdoppelt, um den Verlust auszugleichen, betreibt eine primitive Form der Martingale-Strategie – und die endet bei Sportwetten fast ausnahmslos in der Pleite. Disziplin beim Einsatz ist die langweiligste, aber zugleich wirkungsvollste Eigenschaft eines erfolgreichen Wetters.
Checkliste für die erste Tenniswette
Bevor der Wettschein abgegeben wird, sollten Anfänger die folgenden Punkte mental durchgehen:
- Habe ich die letzten Matches beider Spieler auf dem aktuellen Belag geprüft?
- Kenne ich die direkte Bilanz, und gibt es auffällige Muster?
- Ist der Einsatz innerhalb meines festgelegten Budgets (maximal 5 Prozent der Bankroll)?
- Habe ich die Quote bei mindestens einem weiteren Anbieter verglichen?
- Basiert mein Tipp auf Daten oder auf einem Gefühl?
- Bin ich bereit, diesen Betrag zu verlieren, ohne dass es mich belastet?
Diese sechs Fragen klingen banal, aber sie filtern einen überraschend großen Anteil an unüberlegten Wetten heraus. Wer eine oder mehrere davon nicht mit Ja beantworten kann, sollte die Wette überdenken oder ganz lassen.
Vom Einsteiger zum bewussten Wetter
Tenniswetten sind kein Geheimwissen und kein Talent, das man hat oder nicht. Sie sind ein Handwerk, das sich erlernen lässt. Die wichtigsten Bausteine dafür sind in diesem Ratgeber zusammengefasst: ein Grundverständnis der Spielregeln und Turnierstruktur, das Wissen um die gängigen Wettarten und ihre jeweiligen Stärken, ein sauberer Prozess von der Kontoeröffnung bis zur platzierten Wette und vor allem das Bewusstsein für die typischen Fallstricke.
Der nächste Schritt führt von der Theorie in die Praxis. Starte mit kleinen Einsätzen auf Turnieren, die du verfolgen kannst. Nutze Grand Slams als Lernfeld, weil dort die Datenlage am besten ist und die Matches die größte mediale Aufmerksamkeit erhalten. Führe eine einfache Tabelle über deine Wetten: Was hast du getippt, warum, und was war das Ergebnis? Nach zwanzig bis dreißig Wetten wirst du Muster erkennen – in deinem Erfolg, aber auch in deinen Fehlern.
Wer diesen analytischen Ansatz verfolgt, wird nie den schnellen Reichtum finden, aber etwas Besseres: ein Hobby, das Sportbegeisterung mit strategischem Denken verbindet. Und das ist, ehrlich betrachtet, deutlich mehr wert als ein glücklicher Kombiwettschein am Sonntagabend.
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